Spanish Mustang Rassestandard

Mustang

Der Spanische Mustang ist ein ebenmäßig bemuskeltes Pferd mit einem kurzen Rücken,einer gerundeten Hüfte und einem tiefen Schweifansatz. Die Übergänge sind weich fließend und die gesamte Erscheinung ist die eines sich im Gleichgewicht befindlichen, gut gebauten Pferdes. Die Gurtlage ist tief mit einer zurückgeschnittenen Schulter und einem gut ausgeprägten Widerrist. Einheitlichkeit im Typ ist wichtig und der Spanische Mustang sollte sofort als solcher erkennbar sein durch jeden, der mit der Rasse vertraut ist. Vom Gebäude her gibt es eine Bandbreite zwischen einem schwereren und einem leichteren Typ, jedoch ohne Extreme. Übermäßig stark ausgeprägte und hervortretende Bemuskelung und eine Größe über 1,52m ist untypisch und sollte als fehlerhaft beurteilt werden. Der Spanische Mustang sollte in seiner Erscheinung eine natürliche Versammlung zeigen, sei es an der Hand oder unter dem Sattel.

Größe/Gewicht:
Die Größe liegt zwischen 1,34m bis 1,52m.
Das Gewicht liegt zwischen 300kg und 500kg.

Kopf:
Der typische Kopf hat ein flaches oder konvexes Profil. Von vorne betrachtet, ist die Stirn breit und vermittelt den Eindruck eines umgekehrten Dreiecks. Die Ganaschenfreiheit ist ausgeprägt und lässt genug Raum für die Luftwege. Das schwerer gebaute Pferd darf eine weniger ausgeprägte Ganaschenfreiheit haben als das leichter gebaute Pferd, aber in jedem Fall sollte die Ganaschengrube tief sein und es sollte ein deutlicher Hohlraum auf der Unterseite des Unterkiefers vorhanden sein. Von der Stirn bis zum Maul verjüngt sich der Kopf erheblich bis zu einem feinen Maul. Dieses darf in der Größe variieren, ist aber niemals groß oder derb. Das Maul ist flach, ohne einen Über- oder Unterbiss zu zeigen. Die Lippen sollten einen feinen Ausdruck haben, wobei schlaffe, wülstige oder derbe Lippen als fehlerhaft beurteilt werden sollten. Die Nüstern sitzen tief auf der Nase. Die Nüstern sind fein, halbmondförmig geformt und in Ruhe geschlossen. Bei Aufregung sind die Nüstern zu einer großen Ausdehnung fähig. Die Augen stehen weit auseinander und sitzen etwas höher am Kopf. Abgeschrägte oder mandelförmige Augen sind normal. Kleine Augen (Schweineaugen) oder besonders große Augen sind als fehlerhaft zu beurteilen. Die Augen können von jeder Farbe sein, diese Farben umfassen: dunkel, grau, grün, blau oder bernsteinfarben. Eine weiße Sklera ist bei allen Farben erlaubt.

Ohren:
Die Ohren sind kurz bis mittellang und sitzen schön auf dem Kopf auf. Die Ohren sollten nicht zu eng beieinander oder zu weit auseinander sein. Vorzuziehen sind Ohren, die an der Basis weiter als an der Spitze sind und eingekerbt oder an der Spitze einwärts gebogen sind. Lange, schmale Ohren oder schlaffe Ohren, sind nicht typisch und sollten als fehlerhaft beurteilt werden. Das wollige Haar, das sich in den Ohren befindet, ist häufig heller in der Farbe als die Grundfarbe des Fells und ist typisch für diese Rasse. Die Ohren sind oft mit einer dunkleren Spitze oder Rahmen versehen, was typisch für die Rasse ist. (Gemeint ist, dass Braune und Pferde mit dem zusätzlichen Dun-Allel (=Falbe) und/oder dem zusätzlichen Cream-Allel (=Buckskin) und/oder Pferde mit dem Roan-Allel in dieser Rasse häufig sind - Anm. d. Übersetzerin.)

Hals:
Der Hals ist gut ausgeprägt und geht übergangslos in die Schulter über. Erwachsene Hengste sollten einen ausgeprägten Hengsthals haben, mit einem weich-gebogenen Mähnenkamm von den Ohren bis zum Widerrist. Stuten und Wallache haben auch einen ausgeprägten Mähnenkamm, besonders bei gut genährten Tieren, aber die Stute soll feminine Ausstrahlung haben. Die Halslänge sollte in etwa der Länge entsprechen, die vom Widerrist bis zum Hüfthöcker (= point of the hip - Anm. d. Übersetzerin) gemessen wird. Ein eingesunkener Hals zwischen Genick und Widerrist (= Hirschhals - Anm. d. Übersetzerin) ist als fehlerhaft zu beurteilen, ebenso ein schwerer Mähnenkamm, der zu einer Seite fällt. Die Mähne und der Schopf werden bei den meisten Tieren lang und voll sein, bei einigen aber kürzer und dünner. Mähne/Schopf sollten in der vollen, natürlichen Länge getragen werden. Eine Doppelmähne, die auf beide Seiten des Halses fällt, ist nicht als fehlerhaft zu beurteilen.

Schulter:
Die Schulter sollte gut zurückgeschnitten sein und übergangslos in den Widerrist übergehen mit einem bevorzugten Winkel von 40 - 45°. Der vordere Punkt der Schulterspitze sollte hervortreten. Besonders steile Schultern sollten als fehlerhaft beurteilt werden.

Brustkorb:
Der Brustkorb ist gemäßigt schmal mit guter Definition zur Mitte hinunter. Ein gut ausgeprägtes (und umgekehrtes - Anm. d. Übersetzerin) „V“ sollte zwischen den Vorderbeinen vorhanden sein. Von vorn betrachtet, sollte der Rumpf auf beiden Seiten des Pferdes deutlich sichtbar sein. Die Schulterspitzen sollten klar konturiert sein, sowohl von vorne als auch von der Seite her gesehen. Von der Seite betrachtet, sollte die Brust weder flach noch als Taubenbrust erscheinen. Der Brustkorb kann bei schwereren Tieren variieren, so dass diese einen weiteren Brustkorb haben. Kein Spanischer Mustang sollte einen „Bulldoggen“ typischen Brustkorb haben, der in Kaltblutrassen oder Quarter Horses zu sehen ist.

Rücken und Bauch:
Ein gut ausgeprägter Widerrist geht weich in den Rücken über. Der Rücken ist kurz, stark und gut proportioniert. Hengste können einen kürzeren Rücken als Stuten haben. Der Spanische Mustang ist ein „aufwärts“ gebautes Pferd, der Spanische Mustang steht im Quadrat-Typ und die Beine sind unter dem Körper positioniert. Die Lende ist kurz, stark und geht fließend in die Kruppe über. Die Länge vom Genick zum Widerrist sollte in etwa der Länge entsprechen, die vom Widerrist bis zum Hüfthöcker (= point of the hip - Anm. d. Übersetzerin) gemessen wird. Die Gurtlage ist tief mit gut ausgeprägten Rippenbögen, die viel Raum für Herz und Lunge ergeben. Die Flanke ist kurz, gibt jedoch der Mitte des Pferdes eine gewisse Balance. Lange Rümpfe oder Wespentaillen sind als fehlerhaft zu beurteilen.

Hinterhand:
Von der Seite betrachtet erscheint die Hinterhand ebenmäßig und zeigt Stärke und Rundheit ohne eine übermäßig stark ausgeprägte und hervortretende Muskulatur. Flache Hüften sind als fehlerhaft zu beurteilen. Der höchste Punkt der Hüfte (point of the croup = Ilium - Anm. d. Übersetzerin) sollte nicht nach oben als „Höcker“ hervortreten. Die Muskulatur am Unterschenkel (= Tibia und Fibula/Anm. d. Übersetzerin) ist tief bei einer abfallenden, gerundeten Kruppe. Das Hüftgelenk ist gut und tief angesetzt. Von hinten betrachtet sollte die Hüfte des Spanischen Mustangs eine mit gleichmäßiger Muskulatur aufgefüllte „Dachform“ (= rafter hip - Anm. d. Übersetzerin) aufweisen. Die Hüften sollten in ihrer Erscheinung nicht besonders breit oder eng oder schmächtig sein.

Schweif:
Der Schweifansatz ist mitteltief bis tief und gut im Rumpf angesetzt. Der Schweif wird gewöhnlich in einer natürlich entspannten Haltung getragen, niemals über dem Rücken. Schweife variieren in ihrer Länge und Dicke, spärliche Schweife, besonders bei Pferden mit appaloosa-farbener Zeichnung (LP = Leopard Pattern - Anm. d. Übersetzerin), sind nicht als fehlerhaft zu beurteilen.

Beine:
Die Vorderbeine sollten gerade sein mit deutlich ausgeprägtem Vorderfußwurzelgelenk (umgangssprachlich „Knie“ genannt - Anm. d. Übersetzerin) und die Mittellinie des Vorderbeines sollte mit der Mittellinie des Hufes übereinstimmen. Sowohl ein vorbiegiges als auch ein rückbiegiges Vorderfußwurzelgelenk ist als fehlerhaft zu beurteilen. Das Röhrbein ist kurz und rund mit gut ausgeprägten Sehnen. Das obere Vorderbein (= Radius - Anm. d. Übersetzerin) ist erheblich länger als das Röhrbein, bei angemessener Bemuskelung. Der schwerere Spanische Mustang darf eine stärkere Muskulatur am Radius haben als der leichtere Typ, aber sie soll nicht bauchig oder traubenförmig sein. Bodeneng/Zeheneng stehende Pferde sind als fehlerhaft zu beurteilen. Der Termino ist für einige Spanische Mustangs als normal anzusehen und sollte nicht als fehlerhaft beurteilt werden, es sei denn, dadurch entsteht eine Beeinträchtigung in der Schrittführung oder der Termino ist durch eine Fehlstellung im Bein bedingt. Der Winkel der Fesseln sollte in etwa der Winkelung der Schulter entsprechen (40 - 55°). Die Hinterbeine sollen unter den Körper gesetzt sein. Eine gedachte Linie von der Rückseite des Röhrbeins nach oben sollte auf das Sitzbein (= Ischium - Anmerkung d. Übersetzerin) treffen. Von hinten betrachtet sollten die Hinterbeine einen geraden und starken Eindruck machen. Bodeneng oder bodenweit stehende Pferde sollten als fehlerhaft beurteilt werden. Die Innenseiten der Hinterbeine sollten entsprechend bemuskelt sein, um nicht schwach zu erscheinen. Der Unterschenkel (= Tibia + Fibula - Anmerkung d. Übersetzerin) sollte angemessene Muskulatur haben, die weich fließend in die Hüfte übergeht. Die Sprunggelenke sollten klar sein und in mittellstarke, kurze und gerade Röhrbeine hineinführen, mit gut ausgeprägten Sehnen und Bändern. Unterständige oder rückständige Pferde sollten als fehlerhaft beurteilt werden. Fehler in den Hinterbeinen, die eine Beeinträchtigung oder übermäßige Belastung verursachen, sind als fehlerhaft zu beurteilen. Die Fesseln sind von mäßiger Länge und Neigung. Die Winkelung der Fesseln sollte zu der Winkelung der Schulter passen. Die Fesseln der Hinterbeine dürfen steiler sein, als die vorderen, aber sollten die entsprechende Länge und Winkelung aufweisen, um die Beweglichkeit zu gewährleisten. Die Fesselköpfe sollten den Eindruck von Stärke und Elastizität vermitteln. Kötenhaar darf etwas variieren, sollte aber keinen Kaltblut-Ausdruck haben. Eine dünne Strähne Haar auf der Rückseite der Beine ist typisch für manche Pferde und wird zumeist nur im Winter sichtbar sein, sollte aber nicht den Eindruck eines starken Bewuchses zeigen. Kastanien, sofern vorhanden, sollten klein und wie ein Tränentropfen geformt sein, sie sollten an den Vorder- und Hinterbeinen nicht zottig oder derb erscheinen. Hervorstehende Kastanien sind nicht typisch für den Spanischen Mustang. Kleine oder nicht-vorhandene Kastanien sind besonders erwünscht. Sporne an den Fesselköpfen der Vorder- und Hinterbeine sollten klein oder nicht vorhanden sein.

Hufe:
Die Hufe sollten rund und von harter Beschaffenheit sein, mit kräftigen Hufwänden. Die Hufe sollten keine auffälligen Risse oder Beschädigungen aufweisen. Ein sich abschälendes Hufhorn oder übermäßig flache oder ausgebrochene Hufe sollten als fehlerhaft beurteilt werden. Der Hufumfang soll schmaler am Kronenrand als am Boden sein, damit eine der Funktion entsprechende Hufmechanik durch (Anmerkung d. Übersetzerin) eine konische Hufform, einen markanten Strahl und volle Ballen entstehen kann. Die Größe der Hufe sollte zu der Größe des Pferdes passen. Übermäßig kleine oder große Hufe sind als fehlerhaft zu beurteilen. Die Hufe können in den Farben schwarz, weiß, bernsteinfarben oder gestreift vorkommen.

Farben/Abzeichen:
Alle Farben sind im Spanischen Mustang vorhanden, sowohl Scheck- als auch Appaloosafarben (= LP - Anm. d. Übersetzerin). Lediglich die Tobiano-Scheckung ist nicht vorhanden. Viele Pferde zeigen „primitive“ Abzeichen (= dun-factor = Dun-Allel/Anm. d. Übersetzerin).

Verhalten/Temperament:
Der Spanische Mustang ist ein sehr „häusliches“ Pferd, damit soll gesagt werden, dass er gern unter Menschen ist. Spanische Mustangs haben ein anhängliches Verhalten, sind neugierig und aufmerksam, beobachten genau, sind schnell und begierig zu lernen und wollen gefallen. Spanische Mustangs sind hoch intelligent, mit einem angeborenen Sinn für Selbsterhaltung und sie tolerieren keine Misshandlung.

Bewegung/Gangart:
Jede Gangart ist akzeptabel, sofern sie in einer geschmeidigen, rhythmischen Art gezeigt wird. Jedoch sollte die Qualität der individuellen Gangart und seine allgemeine Präsentation von einem angenehmen Takt sowie Symmetrie, Rundheit und Geschmeidigkeit geprägt und eine Freude zu reiten sein. Jeder Spanische Mustang mit Gangveranlagung ist ein Individuum und der Gang ist spezifisch für dieses Individuum. Einige können einen langsamen Gang haben, andere einen schnellen Gang und verschiedene Fußfolgen können vorhanden sein.