Im vorletzten Jahrhundert waren Distanzrennen in Amerika sehr populär – viel populärer als man angesichts der großen Aufmerksamkeit, die damals dem konventionellen Rennsport gewidmet wurde, annehmen möchte. Der Sport wurde in jeder Region des Landes betrieben. Unter den Teilnehmern waren Züchter aus den Südstaaten, Reitlehrer aus dem Norden, Kongressabgeordnete aus dem Osten und jede Menge Cowboys, Indianer und Soldaten aus dem Westen. Sie ritten oder fuhren Vollblüter, Mustangs, Traber und jede Rasse, die auch nur etwas Biss zeigte.

Frank Hopkins gewann im späten 19. Jahrhundert insgesamt vierhundert Rennen und meistens ritt er Mustangs. Neben ihrer enormen Ausdauer schätzte Hopkins vor allem die Intelligenz und Genügsamkeit dieser Rasse.

"You can't beat mustang intelligence in the entire equine race. These animals have had to shift for themselves for generations. They had to work out their own destiny or be destroyed. Those that survived were animals of superior intelligence."

Frank T. Hopkins

Der Spanische Mustang half jenes Amerika zu erschaffen, das wir kennen. Das wilde Pferd des nordamerikanischen Westens ist der direkte Nachkomme der Pferde, mit denen spanische Conquistadoren die Neue Welt eroberten. Die Rasse, aus der Indianerponys, Kavalleriepferde und die legendären Ponyexpress-Pferde hervorgingen, kann auf eine lange und vielfältige Geschichte zurückblicken. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts haben sich engagierte Züchter in den USA dem Erhalt dieser Pferde, die auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Rassen stehen, gewidmet. Der Spanische Mustang darf daher nicht mit dem amerikanischen Wildpferd verwechselt werden, das vom Bureau of Land Management (BLM) kontrolliert wird.

Im 21. Jahrhundert gab es erstmals auch auf europäischem Boden – in Großbritannien – eine Nachzucht des Spanischen Mustangs. Mit den drei Pferden, die im März 2009 direkt aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland importiert werden, soll ein neues Kapitel in der Geschichte der Rasse aufgeschlagen werden: die Grundsteinlegung für eine Nachzucht auf dem europäischen Festland.